Wartezeit · Probatorik

Die Probatorik. Was dich erwartet.

Endlich ein Termin, und sofort die nächste Unsicherheit: Was soll ich da sagen? Muss ich alles erzählen? Was, wenn es nicht passt? Hier steht, wofür die probatorischen Sitzungen da sind.

Was probatorische Sitzungen sind

Nach der Sprechstunde und vor einer Richtlinientherapie stehen bei Erwachsenen mindestens zwei und bis zu vier probatorische Sitzungen, bei Kindern und Jugendlichen bis zu sechs. Sie dienen der genauen Diagnostik und der Frage, ob die Zusammenarbeit zwischen dir und der Therapeutin oder dem Therapeuten tragen kann. Das Wort „Probe“ ist ernst gemeint: Beide Seiten prüfen.

Du musst in diesen Sitzungen nicht deine ganze Geschichte erzählen. Es reicht, von dem auszugehen, was dich jetzt herbringt.

Was danach kommt: der Antrag

Am Ende der Probatorik wird die Therapie bei der Krankenkasse beantragt. Eine Kurzzeittherapie umfasst bis zu zwölf Therapieeinheiten, von denen zwei Kontingente möglich sind. Eine Langzeittherapie umfasst beim Erstantrag für Erwachsene bis zu 36 Einheiten (Systemische Therapie), bis zu 60 Einheiten (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) oder bis zu 160 Einheiten (analytische Psychotherapie). Die Kasse prüft den Antrag und schickt dir eine Mitteilung; über eine Kurzzeittherapie muss sie laut Psychotherapie-Richtlinie spätestens drei Wochen nach Antragseingang entscheiden.

Du musst dich dabei um nichts kümmern außer deiner Unterschrift. Die Formulare füllt die Praxis aus.

Wenn es nicht passt

Wenn du nach den ersten Sitzungen merkst, dass du dich nicht verstanden fühlst, darfst du das sagen und auch wechseln. Niemand erwartet, dass die erste Begegnung die richtige ist. Sprich es an, bevor der Antrag gestellt wird: Dann kann die Praxis dir sagen, wie es mit einer anderen Therapeutin oder einem anderen Therapeuten weitergeht.

Wie du dich vorbereiten kannst

Vorbereitung heißt nicht, Antworten parat zu haben. Es heißt, zu wissen, womit du anfangen willst.

  • Zwei oder drei konkrete Situationen aus den letzten Wochen, in denen es schwierig war. Konkret schlägt allgemein: „Dienstag, als mein Chef …“ ist hilfreicher als „ich bin oft gestresst“.
  • Was sich aus deiner Sicht ändern soll. Auch wenn du es noch nicht genau weißt.
  • Was du schon versucht hast, und was davon geholfen hat.
  • Fragen an die Therapeutin oder den Therapeuten: zum Verfahren, zur Dauer, zum Ablauf.

Eine Möglichkeit für die Zwischenzeit

Situationen mitbringen statt Zusammenfassungen

Genau an dieser Stelle kann PsyEdu helfen: Du beschreibst eine Situation, bekommst Rückfragen und siehst, welche psychologischen Modelle dazu einen Blickwinkel anbieten. Deine Antworten und Erkenntnisse bleiben gespeichert und lassen sich vor dem Termin durchlesen. Was davon in die Probatorik gehört, entscheidest du.

PsyEdu stellt keine Diagnosen. Die Diagnostik ist Aufgabe der Probatorik, nicht einer App.

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Quellen

Herausgegeben von PsyEdu. Angaben zu Fristen und Kontingenten beruhen auf den verlinkten Quellen, Stand Oktober 2026. Sie ersetzen keine Beratung durch Fachpersonen oder deine Krankenkasse.

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